Vision

Ein Tag. Ich weiß nicht, ob morgens, mittags oder nachmittags. Ich bin müde und schlaff. Alles ist so eingefahren. Immer wieder die Sehnsucht nach Freiheit, Heilung, Zielsetzung, Ungebundenheit, Veränderung. Irgendetwas muss jetzt passieren, denke ich.

Da geht die Tür auf und mein Mann steht mit unserem kleinen Sohn vor dem Schreibtisch. Sie strahlen beide und wollen mir etwas sagen, doch finden keine Worte. Ich werde ungeduldig. Er nimmt mich an die Hand und führt mich auf die Terrasse. Die Sonne hüllt die weiße Winterlandschaft in ein zartes Gelb. Eine Hülle, von der wir mit eingeschlossen werden. Das Licht wird immer heller. Ich fühle mich gleichzeitig gefangen und befreit. Da kommt jemand, der mir alles gibt und nimmt durch das Licht. Es ist jemand, auf den ich gewartet habe. Er nimmt mir die Belastungen, die Ängste, die Zwänge, die Sorgen. Alles fällt von mir ab wie ein dicker, grauer Panzer. Jetzt wirkt das Licht wie eine heilende Kraft. Ich breite die Arme aus und rufe DANKE!

Mein Mann und unser Sohn singen. Ich stimme in ihr Lied ein. Aber nicht nur das bewirkt das Licht. Ich fühle mich in einen großen Plan hineingenommen, an dem ich mitarbeiten darf. Eine Aufgabe ist nur für mich. Ich kann mich einbringen, um diesen Plan mit zu erfüllen. Die Welt zu verändern, die Zukunft mit zu bestimmen. Und doch in meinen Möglichkeiten zu bleiben. Plötzlich fehlt mir die Kraft dazu. Ich bin ganz leer. Doch offen, mich füllen zu lassen. Da tritt Er auf als der Gesandte und Gesalbte und füllt mich mit der göttlichen Kraft.

Ich sitze wieder am Schreibtisch. Doch alles ist anders. Liebe bestimmt mein Handeln. Ich habe eine Aufgabe und will bereit sein zu dem Weg, den er mir zeigt. Und erfüllt mit einer Kraft, weil ich den Weg nicht allein schaffen würde.

befreit

geheilt

beauftragt

geführt

gestärkt

geliebt

DANKE

 

Nach Lukas 2, 8-20

Weihnachten 1986

Diesen Text fand ich vor einiger Zeit zufällig in meiner Schatzkiste wieder. Als ich ihn las, wusste ich nicht mehr, um was für einen Text es sich handelt. Er kam mir vertraut und gleichzeitig fremd vor. Und dann bin ich über die Jahreszahl gestolpert: Weihnachten 1986!

Mit dieser Vision des hell erleuchteten Himmels und dem heilsamen Licht wünsche ich allen friedliche Weihnachten und ein hoffnungsvolles neues Jahr!

 

 

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