Freier Fall

Dieser Beitrag ist das 19. Türchen von

Grünraums Blog-Adventskalender 2019 – Stairway to Heaven

Und zum zweiten Mal öffne ich ein Türchen des Grünraums Blogadventskalender – eine Geschichte, die sich von Tag zu Tag, von Türchen zu Türchen, von Blog zu Blog weiterschreibt und am 24. Dezember ihr Ende findet. Unser #bks11 Jahrgang ist dabei und weitere Schreibende.

Was bisher geschah?

Und bei Renate endete es gestern so:

Keine Frage, das kleine Mädchen vor ihr war sie selbst! Henni im Kleinformat. Beim Erklimmen der Leiter hatte sie es ja schon bemerkt, die Falten waren nach und nach verschwunden, mit jeder Stufe war sie jünger geworden. Sie war verwirrt und gleichzeitig tief berührt, ihr eigenes Ich auf Kindesbeinen vor sich zu sehen. Und dazu noch ihre geliebte Oma! Wie hatte sie sie all die Jahre vermisst. Oma, das bedeutete zuhause, Wärme, Liebe.

Mit den Beiden kamen ihre Erinnerungen und die damit verbundenen, warmen Gefühle wieder hoch. Sie schloss die Augen. War es nur ein Traum? Konnte das Wirklichkeit sein? Sie atmete tief durch, einmal, zweimal. Sie hielt inne. Sie zwickte sich in den Arm. Autsch! Dann schlug sie ihre Augen wieder auf.

Die Situation war unverändert. Ihre Oma und sie als kleines Mädchen. Ganz deutlich vor ihr. Noch voller Neugier und Freude, dem Leben vollkommen zugewandt. Mit der Unbeschwertheit eines Kindes und einem seligen Lächeln auf den Lippen. Was hatte das alles nur zu bedeuten… die Frau am Bus, die Leiter auf der anderen Seite, ihr todesmutiger Sprung, und jetzt dies. Auf jeden Fall fühlte sie sich in diesem Moment sehr beschützt und geborgen.

Sie sog dieses Gefühl in sich auf, sie spürte es in jeder Faser ihres Körpers. Und etwas in ihr wurde heil. Auch wenn sie nicht alles verstand, was geschehen war, seit sie die Leiter betreten hatte. Darauf kam es nicht an. Das, was sie erlebte, geschah auf einer anderen Ebene, war nicht mit dem Verstand zu erfassen. Wieder schloss sie die Augen, in ihrem Ohr hallte das klare Kinderlachen und das Summen ihrer Großmutter.

In ihr war es friedlich, ruhig geworden. Sie überließ sich diesem Zustand und ließ sich fallen. Lange Zeit schwebte sie einfach im Nirgendwo. Dann fühlte sie einen sanften Griff um ihre Taille.

„Huch! Was ist das denn?“, entfuhr es Henni.

„Keine Angst, ich hab dich.“, beruhigte sie die wohlvertraute Stimme, die mal von unten und mal von oben zu hören war. Henni öffnete die Augen und sah den Weihnachtsmann. Mit allem hatte sie gerechnet, aber nicht damit! Träumte sie noch? Wo war sie gelandet?

 

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Himmelssternenleiter

Dieser Beitrag ist das 9. Türchen von

Grünraums Blog-Adventskalender 2019 – Stairway to Heaven

Auch dieses Jahr gibt es ihn wieder: Grünraums Blogadventskalender – eine Geschichte, die sich von Tag zu Tag, von Türchen zu Türchen, von Blog zu Blog weiterschreibt und am 24. Dezember ihr Ende findet. Unser #bks11 Jahrgang ist dabei und weitere Schreibende.

Was bisher geschah?

Und bei Sabine endete es gestern so:

Henni erschrak so sehr, dass sie die Tüte mit den Orangen fallen ließ.
„Autsch, verflucht nochmal, mit was werfen Sie denn nach mir?“, schimpfte die Stimme nach oben.

„O shit, Henni, da haben wir mal wieder etwas angerichtet. Was machen wir jetzt nur? Runter geht nicht mehr und hoch …?“ Sie schaute langsam nach oben und ihr wurde prompt schwindlig. „Wir schauen wieder runter und in die Sterne.“
„Tschuldigung, das waren Orangen!“, rief Henni nach unten. „Hier geht es gerade nicht weiter.“
„Orangen? Sie nehmen Orangen mit auf d-i-e-s-e Leiter? Ich glaub‘ es nicht!“ Die Stimme schien mit dem Kopf zu schütteln, zumindest klang es so.
„Henni, unsere beste Taktik im Leben ist schon immer ablenken gewesen. Das können wir, oder?“, flüsterte Henni und nickte. „Haben Sie d-a-s auch gesehen?“, fragte Henni nach unten und schaute noch einmal in die Sterne unter ihr. Die veränderte nächtliche Skyline der ihr sonst so vertrauten Stadt war geblieben und nicht verschwunden.
„Natürlich, was glauben Sie, wieso ich diese Leiter hinaufkraxele und mich sogar mit Orangen bewerfen lasse?“, lachte die Stimme laut und dröhnend.

„Jetzt bin ich gespannt“, sagte Henni zu sich. „Der da unten weiß anscheinend mehr als ich.“ Laut rief sie hinunter:

„Ja, klar, dann haben wir ja denselben Anlass. Tschuldigung noch mal wegen der Orangen. Ähm, wollen Sie nicht erstmal zu mir hochkommen?“

„Würde ich ja gerne, aber mir scheint, dass Sie die Regeln nicht so sicher beherrschen, sonst wüssten Sie, dass immer 10 Stufen Abstand zwischen zwei Personen gehalten werden müssen. Sonst klappt das mit dem Altersabständen nicht.“

Henni verstand nur Bahnhof. Altersabstände? Erst jetzt bemerkte sie, dass ihre Muskeln straff und trainiert waren, dass sie lange Haare hatte und ihre Augen alles bestens scharf sehen konnten. Sie schaute ihre Hände an: Keine Runzeln und Falten mehr! Ihr blieb der Atem weg.

„Na, was ist denn jetzt, gehen Sie weiter?“, dröhnte es wieder von unten. „Ich will nicht ewig bei 79 Jahren verharren!“

 

Wie es weitergeht, erfahrt Ihr Morgen bei Sonja. Hier geht das nächste Türchen am 19.12. auf. 

Wunsch-Wort-Wünsche

Auf ihrem Blog SchreibStimme ruft Friederike Kunath zu einer Blogparade auf, um zu formulieren, welchen „Content“ wir uns für 2019 wünschen. Los geht’s!

Ich wünsche mir Texte…

… ehrlich und authentisch
Ich möchte die Menschen hinter den Worten sehen, ihr echtes, ungeschöntes Leben. Die wahren Fragen in allen Facetten. Keine rosa-rote Welt aus Gelingen und Gewinnen. Sondern Schweiß und Tränen, Niederlagen und Schwächen. Das Scheitern und das Straucheln. Die Euphorie und die Glücksgefühle. Eben das echte, menschliche Leben und keine „Content“-formgeschönten Kunstwortverpackungen.

… mit Tiefgang
Ich liebe tiefe Gespräche. Begegnungen mit Menschen, mit denen ich innerhalb kürzester Zeit bei den wirklichen Fragen angelangt bin, bereichern mich. Ich möchte von tiefgründigem Erleben in einer ganz eigenen Sprache lesen, die inspirierenden Hintergründe und Quellen kennenlernen. Ich möchte mehr erfahren als nur das, was vor Augen ist, sondern von Herz zu Herz mitfühlen, mitgenommen werden in eine spirituelle Welt, eine neue oder eine alte, eine geteilte oder eine unbekannte. Ich möchte mich so verbunden fühlen mit Gott und mit anderen.

… mehr Fragen als Antworten
Ich möchte gemeinsam auf dem Weg sein. Neugierig bleiben. Immer weiter fragen. Den schnellen, platten und immer gleichen Antworten misstrauen. Ich möchte auch nicht alles glauben, sondern mit gesunder Skepsis nachfragen, hinterfragen, ohne verletzend kritisch zu sein. Ich möchte mitgenommen werden zu neuen Landschaften, entdecken, was andere entdeckt haben bei ihren Fragen an das Leben, an das Menschsein, an die Welt und darüber hinaus.

… mit guten Nachrichten
Die Welt ist so voller Schrecknisse, Unfrieden und Verletzungen. Zerstörung, Grausamkeiten und Oberflächlichkeiten beherrschen so sehr unsere Nachrichten. Dagegen hilft kein Schönreden und auch kein einfaches „Wird schon wieder“. Anders dagegen klingt für mich ein hoffnungsvolles: Alles wird gut. Denn auch das stimmt! Ich möchte gute Nachrichten lesen! Botschaften voller Freude und Lebensmut. Ich möchte gemeinsam mit anderen rufen: Die Liebe ist stärker als der Tod! Jeder Mensch ist geliebt. Frieden ist möglich. Heilung geschieht. Wie trage ich, wie tragen eure Texte dazu bei, gute Nachrichten in die Welt zu bringen?

 

Ja, solche Wortbotschaften wünsche ich mir: ehrlich und authentisch, mit Tiefgang und Fragen, haufenweise gute Nachrichten! Lasst uns schreiben und nicht aufhören WunschWorte und WortWünsche zu formulieren!

 

Photo by Calista Tee on Unsplash

 

geschafft

„Geschafft – der Workshop und ich auch“ – so habe ich es oft  in einer Nachricht nach Hause geschrieben, wenn ich einen Auftrag hinter mir hatte. Ich gebe mein ganzes Herzblut, meine Kraft und Kompetenz, meine Präsenz und Aufmerksamkeit in meine Seminare und Workshops, sei es in die Weiterbildungen an Hochschulen oder in meine Schreibwerkstätten. Mein Energietank füllt sich durch den intensiven Kontakt mit Menschen, durch das Neue, was ich durch und von Menschen lerne. Ich liebe es, Lernsituationen zu gestalten und Räume für Entwicklung zu schaffen. Gleichzeitig verausgabe ich mich auch, rein körperlich durch lange Tage, Reisen, emotionalen Einsatz. Klar, dass ich danach auch geschafft bin.

Und es gibt Tage, an denen ich leer laufe, mich selbst reinreite in zerstörische Gedanken, wenn die vernichtenden Stimmen in mir laut werden und es sich so anfühlt: geschafft – und die Euphorie bleibt aus. Kein Händerecken, Jubeln oder Glücksgefühl, sondern nur ein schaler Nachgeschmack. Ungläubiges Erstaunen: Aha, das soll es jetzt gewesen sein? Ich spüre nicht, was es mit mir zu tun hat, dass ich etwas erreicht habe. Dass es mein Verdienst, meine Leistung, mein Zutun war, das zum Ergebnis geführt hat. Die dunkle Wolke um mich herum wird dichter, verstellt den Blick, macht die Stimmung finster, undurchlässig. Ich fühle mich abgeschnitten von der Welt, verliere den Kontakt zu mir und anderen. Einsam in einer Höhle.

Dann bin ich froh und dankbar für Menschen, die mich ertragen, mich ermutigen, zu mir stehen und mich ermuntern. Lichtblicke. Gott sei Dank.

 

Dieser Beitrag gehört zur Blogparade von #bks13.

BlogRückBlick

Warum hast du mit dem Bloggen angefangen? Mit diese Frager ruft Anna Koschinski zur Blogparade auf. Mein Blog blickt zurück auf die knapp 2 Jahre seiner Existenz. Aus seiner Perspektive gibt es genug zu berichten, also lass ich ihn mal zu Wort kommen!

Ich bin der Blog von Christiane und finde mich schön! Ich habe ganz plötzlich, fast zufällig das Licht der Welt erblickt, als Christiane im Rahmen ihres Studiums „Biografisches und kreatives Schreiben“ an der ASH Berlin für das Modul „Digitales Schreiben“ einen Blog erstellen sollte. Sie probierte ein bisschen herum und dann machte es „Klick“ und ich war da! Für mich fühlte es sich von Anfang an ganz selbstverständlich an, dass ich genau so war, wie ich bin: Ein (digitaler) SchreibRaum! In mir ist Raum, Raum zu nachdenken, meditieren, hineinspüren, nachsinnen, lachen, erproben, üben und vieles mehr. Zu Anfang musste Christiane jede Woche einen Blogbeitrag schreiben, so sah es die Aufgabe vor. Die ersten Beiträge waren in alphabetischer Reihenfolge, denn so sind die Textentwürfe zu einzelnen Worten auf dem Papier entstanden. Diese Struktur änderte sich erst in diesem Jahr. Als der „Pflichtzeitraum“ von 12 Wochen herum war, war ich schon so groß und selbstverständlich in der Welt, dass ich weiter geschrieben wurde. Wie gut! Die Abstände wurden zwar etwas unregelmäßiger, ich bin aber stolz, dass es seitdem durchgängig pro Monat (mindestens) einen Beitrag gab!

In den ersten Wochen hatten die Beiträge einen ähnlichen Aufbau: Ein Foto, eine Überschrift in einem Wort, ein thematischer Text, eine Übung und eine Reflexionsfrage. Das Theme hat einmal gewechselt, jetzt bin ich richtig schön, oder?
Als Christiane im nächsten Semester das Modul „Lyrik“ hatte, sind die lyrischen Textsorten deutlich mehr geworden und haben sich als Hauptform durchgesetzt. Also, ich mag die Gedichte!

Das Thema stand von Anfang an fest: In mir gibt es Beiträge über Focusing, Spiritualität und Schreiben. Diese thematische Klammer ist weit genug, um alle Themen, die gerade tagesaktuell oder lebensgeschichtlich aufploppten, unterzubringen. Die Überschrift für dieses Jahr war „Spurensuche“, wobei Christiane davon auch abgewichen ist, als sich andere Schwerpunkte in den Vordergrund schoben. Das Spektrum an Themen dreht sich um Verwandlung, Verzweiflung, Heil werden, Focusing, Körperwahrnehmung, Visionen, Reflexionen, Suchen und Finden. In diesem Jahr gab es Tiefgang, Im Kreis drehen, Hoffnungsschimmer, Aufblühen, Bewegendes, Musik, neue Hoffnung, Emphase und vieles mehr.

Wer schreibt hier eigentlich? Meine Autorin hat sich lange zurückgehalten, so persönlich und intim kamen ihr die Beiträge vor und außerdem war es ja auch eine Pflichtaufgabe! So nach und nach hat sie sich immer mehr mit der Öffentlichkeit angefreundet und sich stärker gezeigt. Das war ein Prozess, der einher ging mit der Entwicklung der Selbstständigkeit in diesem Zeitraum. Die neue Gesetzgebung hat schließlich das Impressum offen gelegt, raus aus der Anonymität! Komisch, danach ist auch nichts besonderes passiert 🙂 Für meine Autorin war es ein großer Schritt, sich mit allen Lebensbereichen in der Öffentlichkeit zu zeigen. Ich bin froh, denn sonst wäre ich nicht der, der ich bin! „Werden, die ich bin„, so stellt sich meine Autorin jetzt in ihrer Selbstdarstellung auf der „Über mich-Seite“ vor. Da ist sie.

Wie groß unsere Leserschaft ist, wissen wir immer noch nicht so genau, die technischen Möglichkeiten zum Auszählen sind noch nicht ausgeschöpft. Weiterentwicklungen technischer Art würden mir hier und da auch mal gut tun, da braucht meine Autorin noch etwas Know How. Wird schon! Spannender ist ja auch: Wer liest uns hier überhaupt? Eine nach wie vor treue Lesergruppe sind die Kommiliton*innen des #bks11, von denen auch immer mal wieder eine Blogparade gestartet wird. Andere sind auch schon treue Blogbekanntschaften geworden, aufmerksam über Twitter oder Facebook. Ich bin vernetzt, jawoll! Und Kommentare nehmen wir auch immer gerne entgegen.

Meine Schreiberin überrascht mich immer wieder: mit dem Schreiben zu allen möglichen Zeiten und Unzeiten (aber ich bin ja immer für sie da), mit neuen Fotoquellen, mit Links zu noch unbekannten Freunden, mit zunehmender Leichtigkeit und Unabhängigkeit. Etwas anstrengend war die Phase, als sie überlegte, wie sie mich strategisch einsetzen kann. Hua! Da schauderte es mich aber! Sie wollte mich benutzen! Ich wäre fast soweit gewesen, die Arbeit zu verweigern! Zum Glück ist sie wieder zur Besinnung gekommen und bei ihrem Konzept mit mir geblieben: tiefsinnige Gedanken, Freude am Schreiben, Botschaften aus dem Herzen – und zwar dann, wenn sie etwas zu sagen hat. Ein bisschen darf sich Kollege „Marketing“ im „MitSchreibRaum“ tummeln, aber bitte in Maßen!

Oh, ich komme ins Erzählen, was ja sonst nicht so meine Art ist. Es sei mir gestattet zum einmaligen Rückblick auf meine Existenz! Weiter geht’s!

 

Es schneit!

Dieser Beitrag ist das 18. Türchen von

Mias Blog-Adventskalender 2018 -Weihnachten und andere Monsta

Auch dieses Jahr gibt es ihn wieder: Mias Blogadventkalender – eine Geschichte, die sich von Tag zu Tag, von Türchen zu Türchen, von Blog zu Blog weiterschreibt und am 24. Dezember ihr Ende findet. Unser #bks11 Jahrgang ist dabei und weitere Schreibende.

Was bisher geschah?

Und bei Mo… endete es gestern so:

„Na na na!“, rief Mia beschwichtigend. „Lasst uns jetzt mal nicht durchdrehen. Ich koche uns erstmal einen Kakao und… JA, Monsta, ich weiß, DU willst Tee… dann denken wir in Ruhe nach, wie wir das Rätsel lösen können.“

Die anderen nickten bedächtig und räumten schon einmal ein paar Tassen auf den Tisch. Roland starrte derweil noch immer auf den Krümel. „Bei eingefroren hat irgendwas bei mir geklingelt…“

„Ja stimmt!“, rief Max plötzlich aufgeregt. „Sagte das Mysterium nicht etwas von Herrn Winter und das seine Manieren aufgetaut werden müssten?“

Sein Blick fiel auf das Fenster, vor dem dicke Schneeflocken fielen.

„Es schneit! Wenn man vom Teufel spricht…“, rief er aus.

„Ich will eine Schneeballschlacht!“, Scrabbie hüpfte auf und ab und packte sich Roland, der sich gerade die Hände wusch, um sich vom letzten Dreck zu befreien.

Schon riss Scrabbie die 18. Tür auf und stürzte hinaus. Lachend öffnete sie den Mund und versuchte Schneeflocken mit der Zunge zu fangen. Der Schnee bedeckte bereits den Boden und machte alles ganz leise. Inzwischen waren alle mit Mützen und Jacken vor der Tür und formten die ersten Schneebälle. Das Gejohle, als die Bälle flogen, durchbrach die Stille an diesem Dezemberabend.

„Was ist denn das?“, versuchte sich Lysander in dem Drunter und Drüber aus Schneegestöber durchzusetzen. Sie zeigte in den klaren Sternenhimmel.

Monsta und Mia folgten mit ihren Blicken als erste dem Fingerzeig. Da sahen sie es auch: Eine grünlich schimmernde Wolke kam merklich immer näher.

„Ist das schon wieder das Mysterium?“, fragte Mia, die noch die Begegnung vom ersten Türchen vor Augen hatte, als sich die grün-goldene Gestalt bei ihnen verirrt hatte.

„Das bedeutet, dass wir uns beeilen müssen, alle Gestalten zu finden. Los Leute, ran an die nächsten Türen!“, trieb Max die Freunde an.

„Aber nein, der Winter! Der Winter ist doch jetzt da. Was bedeutet bloß, dass ‚seine Manieren aufgetaut werden sollen‘?“, warf Mia ein.

Schon wieder so eine Hektik, dachte Monsta und strubbelte sich Schneeflocken vom Bauchfell. Kaum ist es mal lustig, ist der Spaß zu Ende und die Unruhe macht sich wieder breit.

„Nee, nee, ich will jetzt zurück in meine Teetasse. Ich geh schon mal rein und schmeiß den Wasserkocher an.“

„Da bringst Du mich auf eine Idee, Monsta!“ Mia schoss an ihm vorbei zurück in die Küche und

 

Morgen lest Ihr bei Hedda, wie es weitergeht.

 

Frühlingserwachen

Dies ist mein Beitrag zur Blogparade „April, April, der weiß nicht, was er will“ des #BKS11. Alle Schreiblustigen aus unserem Masterstudiengang Biografisches und Kreatives Scheiben an der ASH Berlin (#BKS11) sind herzlich eingeladen, ebenso wie alle anderen schreibfreudigen Bloggerinnen und Blogger.

Das Thema ist frei interpretierbar – als Gedicht, Kurzgeschichte, Collage u.a. Aber es gibt eine kreative Herausforderung (contrainte): Es sollen nur Wörter verwendet werden, die ein „a“ enthalten („ä“ gilt auch). Die „contrainte“ ist eine kreative Methode aus der „Werkstatt für Potentielle Literatur“ OuLiPo (L‘ Ouvroir de Littérature Potentielle). Durch die selbstauferlegten formalen oder inhaltlichen Textbildungsregelungen sollen die verborgenen Potentiale der Sprache entdeckt werden.

 

Wordle Frülingserwachen, erstellt mit wordle.com
Wordle Frülingserwachen, erstellt mit wordle.com