geschafft

„Geschafft – der Workshop und ich auch“ – so habe ich es oft  in einer Nachricht nach Hause geschrieben, wenn ich einen Auftrag hinter mir hatte. Ich gebe mein ganzes Herzblut, meine Kraft und Kompetenz, meine Präsenz und Aufmerksamkeit in meine Seminare und Workshops, sei es in die Weiterbildungen an Hochschulen oder in meine Schreibwerkstätten. Mein Energietank füllt sich durch den intensiven Kontakt mit Menschen, durch das Neue, was ich durch und von Menschen lerne. Ich liebe es, Lernsituationen zu gestalten und Räume für Entwicklung zu schaffen. Gleichzeitig verausgabe ich mich auch, rein körperlich durch lange Tage, Reisen, emotionalen Einsatz. Klar, dass ich danach auch geschafft bin.

Und es gibt Tage, an denen ich leer laufe, mich selbst reinreite in zerstörische Gedanken, wenn die vernichtenden Stimmen in mir laut werden und es sich so anfühlt: geschafft – und die Euphorie bleibt aus. Kein Händerecken, Jubeln oder Glücksgefühl, sondern nur ein schaler Nachgeschmack. Ungläubiges Erstaunen: Aha, das soll es jetzt gewesen sein? Ich spüre nicht, was es mit mir zu tun hat, dass ich etwas erreicht habe. Dass es mein Verdienst, meine Leistung, mein Zutun war, das zum Ergebnis geführt hat. Die dunkle Wolke um mich herum wird dichter, verstellt den Blick, macht die Stimmung finster, undurchlässig. Ich fühle mich abgeschnitten von der Welt, verliere den Kontakt zu mir und anderen. Einsam in einer Höhle.

Dann bin ich froh und dankbar für Menschen, die mich ertragen, mich ermutigen, zu mir stehen und mich ermuntern. Lichtblicke. Gott sei Dank.

 

Dieser Beitrag gehört zur Blogparade von #bks13.

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