In tribute

Sein Leben Review passieren lassen. Hineingenommen werden in seine Geschichte. Einblicke bekommen in seine Musik, seine Beziehungen, sein Schaffen. Bohemian Rhapsody – in tribute to Freddie Mercury.

Ich bemerke, wie ich ab der Mitte des Films weine. Ich gehe so in Resonanz mit dem, was ich sehe und höre: Das Leben von Freddie Mercury und die Musik von Queen. Ich brauche Tage, um dieser Dimension an emotionaler Reaktion nachzuspüren. Natürlich zeigt der Film eine Seite, stellt etwas in den Mittelpunkt, gibt eine Perspektive wieder, will etwas erreichen – das Leben selbst ist noch viel facettenreicher. Es geht nicht um die „Wahrheit“, wer  hätte die schon erzählen können? Wir wissen sie doch oft nicht mal für unser eigenes Leben. Der Film wählt eine geradezu liebevolle Perspektive auf das Leben dieses genialen, exzentrischen, zerrissenen Menschen.

Mich als Kind der 80er erreicht diese Musik, weil sie in meiner Biografie eine Rolle spielt, obwohl ich sie erst viel später richtig für mich entdecke,  bei dem Album „Made in Heaven“ erlebe ich schon einmal emotional solche Reaktionen, als ich es zum ersten Mal intensiv höre.

Ich bin berührt. Von der Leidenschaft. Von der Überzeugung in der künstlerischen Kreativität. Von der Sicherheit er selbst zu sein auf der Bühne. Von der Suche nach Liebe. Von der inneren Zerrissenheit. Von den verlorenen Jahren ohne seine Band-Familie. Von der Verzweiflung er selbst zu sein. Mit allen Konsequenzen. Die Absolutheit der Gefühle. Das Gefühl ausgeschlossen zu sein. Nicht dazu gehören. Nicht in seiner Herkunftsfamilie. Dann später auch nicht in seiner Band-Familie. Nirgendwo richtig zu passen. Und doch mit so einer inneren Gewissheit in der Musik zu sein. Auch Größenwahn, sich nicht mit wenig zufriedengeben. Darin sehr konsequent sein. Alles haben wollen (I want it all, I want it now). So zu leiden an den fehlenden Beziehungen, der fehlenden Wärme und Nähe. Wieder merken: Ich gehöre nicht dazu – anders sein. Dieses Anderssein nie leben können. Nicht leben können, was und wie er eigentlich ist. Sich selbst nicht leben können. So ein Leid in der Leidenschaft. To much love will kill you.

Die Leidenschaft im Leben, in der Musik, auf der Bühne, in seinen Beziehungen. Diese so leidenschaftliche Musik, die Kreativität und Exzentrik. Die abgrundtiefe Einsamkeit. Die Suche nach einem Platz im Leben. Das Live Aid Konzert. Who wants to live forever.

Goodbye, Freddie, see you in heaven.

 

Foto: Photo by Kristopher Roller on Unsplash

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8 Kommentare zu „In tribute

  1. Liebe Christiane,
    mein Blick bleibt hängen am Foto. Welch ein Gegensatz: Eine Wunderkerze über der Wasseroberfläche. Der Feuerschein spiegelt sich im Wasser. Die Hand ein letzter verzweifelter Hilferuf vor dem Untergang? Ich mag es nicht glauben. dass Schönheit, Glanz und Gloria und dunkle, kalte Tiefe so nah beieinander liegen. Du hättest kein passenderes Bild für Deinen Text und den Film finden können.
    Liebe Grüße
    Anne

    Gefällt 2 Personen

  2. Liebe Christiane,

    ich bin ganz berührt vom Lesen deines Tributs. Den Film möchte ich jetzt gerne ansehen und Freddie Mercurys Songs auflegen.
    Dein Titelfoto finde ich auch total stark. Es spiegelt die Tragik wieder, die du in deinem Text so gut beschreibst. Warum müssen diejenigen, die anderen im Dunkeln leuchten selbst in der Tiefe versinken und können ihr eigenes Licht nicht sehen? Viele einzigartige Künstler sind an diesem Paradox zugrunde gegangen.
    Braucht es den Leidensdruck für den künstlerischen Ausdruck? Das frage ich mich auch, wenn ich Biografien von Schriftstellern lese.

    Nachdenkliche Grüße
    Ulrike

    Gefällt 2 Personen

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