Gleichzeitig

„Irgendwie muss ich mein Handy ständig aufladen. Der Akku ist dauernd leer.“
„Vielleicht laufen da Prozesse im Hintergrund, die Energie fressen.“
„Wie im richtigen Leben.“

Im April hat der nächste Abschnitt meiner Focusing-Weiterbildung begonnen, Schwerpunkt: Körper. Ich freute mich, wieder in Würzburg im DAF zu sein, im vertrauten Focusing-Institut, mit vier bereits bekannten und vielen neuen Menschen. Das Thema hat mich dann ganz schön erwischt. Ich bin gleich mit etwas in mir in Kontakt gekommen, was mich erschreckt und verunsichert hat. Am ersten Tag dachte ich: Jetzt kann ich nach Hause fahren, ich kann doch nicht mit diesem Erschrecken eine Weiterbildung bestehen! In den nächsten Tagen hat mein Körper alles Drängen von mir, dem weiter nachzugehen, nicht beantwortet. Der Körper ist einfach weise, weiß seine Zeit.  Dann habe ich mir bewusst ein Experiment vorgenommen: Ich probiere, ob ich MIT diesem Unklaren, Unsicheren, Verletzten in mir trotzdem weiter üben und einen Prozess begleiten kann. Und siehe da: Es ging! Ich konnte kompetent begleiten, hilfreich sein, weiter üben. Die Resonanz war: Die Begleiteten fühlten sich sanft geführt und gut aufgehoben, die Impulse waren passend. Das hat mich dann fast erstaunt: Es geht, es ist gleichzeitig da: Mein innerer Prozess und meine Kompetenz.

Ich nehme mir gerade Zeit, alte Glaubenssätze und ihre Wirkung auf mein Leben anzuschauen und daneben auch etwas anderes zu spüren. So gehörte zu „Ich bin nicht (gut) genug“

Chenkel Ich bin da
(c) Chenkel

Ich bin da
mit
meinen Fähigkeiten UND meinem Unvermögen
meiner Begeisterung UND meiner Verzweiflung
meinen Begabungen UND meinen Begrenzungen
meinem Wissen UND meiner Unkenntnis
meinem Können UND meinem Zögern
meinem Herzen UND meinen Verletzungen
meiner Seele UND meiner Stimmlosigkeit
meinem Tun UND meinem Lassen
meiner Weite UND meiner Enge
auf dem Weg UND auf der Stelle

Gleichzeitigkeit als paradoxes Lebensprinzip entdecken. Mein Wunsch lautet doch allzuoft: Ich will das weghaben, DANN wäre ich perfekt, dann würde nichts mich am Aufblühen hindern. Und ich ahne und weiß, dass das nicht die Lösung sein wird, sondern die Integration von allem. Die Lösung erfolgt nicht über den Kopf, allein der „Austausch“ von Glaubenssätzen bewirkt noch keine von innen erlebte, erspürte, gewachsene, auch durchlittene Veränderung. Der Schlüssel ist die Liebe: mich lieben, weil ich unendlich geliebt bin. Mich lieben lassen und neu aufblühen.

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5 Kommentare zu „Gleichzeitig

  1. Liebe Christiane,
    das kenne ich nur zu gut. „Die Lösung erfolgt nicht über den Kopf, allein der „Austausch“ von Glaubenssätzen bewirkt noch keine von innen erlebte, erspürte, gewachsene, auch durchlittene Veränderung. “
    Ich wünsche dir, dass dieses „Gleichzeitig“ und die Zusammengehörigkeit aller deiner Facetten und (vermeintlich schwachen) Eigenschaften in deinem Herzen ankommt und dort als geliebtes Ganzes zusammenwachsen kann.

    Herzliche Grüße
    Ulrike

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